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Die neue Regelung gilt uneingeschränkt ab 1. August 2005. Diese ersetzt jene von 1902 und alle anschließenden Ergänzungsverordnungen und ist folgenden Grundsätzen verpflichtet: (1.) Sie bemüht sich um eine behutsame inhaltliche Vereinfachung der Rechtschreibung mit dem Ziel, eine Reihe von Ausnahmen und Besonderheiten abzuschaffen, so dass der Geltungsbereich der Grundregeln ausgedehnt wird, (2.) Sie verfolgt eine Neuformulierung der Regeln nach einem einheitlichen Konzept.

PDF Neue deutsche Rechtschreibung – Gesamtfassung

PDF Wiener Erklärung

PDF Zeittafel


Wichtigste Änderungen in Kürze

  1. Stamm- bzw. Parallelschreibung: Bändel, Gräuel, schnäuzen, Stängel, Stuckateur, Ass, nummerieren, Platzierung, Tipp … Plural auf -ys: Babys …, ferner rau und Känguru.
  2. ss – ß: ß nur nach langem Vokal oder Diphthong: Maß, schließen, reißen, draußen … Nach kurzem Vokal immer ss statt ß: messen, Schloss, gerissen, Riss, küsst …
  3. Kein Wegfall von Buchstaben bei Zusammensetzung: Kaffeeernte, Rohheit, Schifffahrt, schnelllebig … (Ausnahmen nur dennoch, Drittel, Hoheit, Mittag)
  4. Fakultative Anpassung weniger Fremdwörter: Delfin, Wörter mit phon/phot/graph: Mikrofon, Geografie, Wörter mit th: nur Panter und Tunfisch, ferner Katarr, Differenzial, Jogurt, Spagetti, Schikoree, Portmonee …
  5. Neue Zusammenschreibung zwingend nur bei irgendetwas, irgendjemand, umso (desto), zurzeit (derzeit).
  6. Bindestrichschreibung bei Ziffern: 8-mal, 20-jährig … (außer bei Suffixen: 30er Jahre, 100%ig, 12tel …) und inzwischen auch 3-fach.
  7. Kleinschreibung
  8. Großschreibung
  9. Komma darf wegbleiben
  10. Trennen nach Sprechsilben: jetzt auch s-t; ck nicht mehr k-k: Fens-ter, Bä-cker, A-bend (nicht am Wortende: Reue), Ru-i-ne, möglich jetzt auch hi-naus, wa-rum, Pä-da-go-gik …

Laut-Buchstaben-Zuordnung

Die neue Regelung konzentriert sich darauf, Verstöße gegen das Stammprinzip zu beseitigen. Sie verfolgt das Ziel, die gleiche Schreibung eines Wortstammes möglichst in allen Wörtern einer Wortfamilie sicherzustellen. Entscheidend dabei ist, ob ein Wort im heutigen Sprachgebrauch einer Wortfamilie zugeordnet wird oder nicht.

(1) Umlautschreibung

In einigen Einzelwörtern wird entsprechend dem Stammprinzip und in Anlehnung an andere Wörter derselben Wortfamilie neu ä statt e geschrieben:

(2) Verdoppelung nach kurzem Vokal – Einzelfälle

In einigen Einzelwörtern werden Konsonantenbuchstaben in Anlehnung an Flexionsformen oder an andere Wörter derselben Wortfamilie (Stammprinzip) neu doppelt geschrieben:

(3) ss für ß nach kurzem Vokal

Es soll ß nur noch nach langem Vokal und nach Diphthong stehen (in der Schweiz bleibt es bei der bisherigen Regelung, nach der ß im Allgemeinen nicht verwendet wird). Nach kurzem Vokal soll hingegen nur noch Doppel-s stehen.

* In der Schweiz bleibt es bei der bisherigen Regelung, nach der ß im Allgemeinen nicht verwendet wird.

(4) Stammschreibung in Zusammensetzungen

Wenn in Zusammensetzungen drei gleiche Buchstaben zusammentreffen, bleiben immer alle erhalten. In Zukunft werden auch dann alle drei Buchstaben geschrieben, wenn ein Vokalbuchstabe folgt. Entsprechendes gilt grundsätzlich auch, wenn drei Vokalbuchstaben zusammentreffen. Ebenso bleibt bei der Endung -heit ein vorausgehendes h erhalten.

* Zur Erleichterung des Lesens kann man freier als bisher den Bindestrich setzen: Sauerstoffflasche oder Sauerstoff-Flasche.

(5) Fremdwörter

Angleichungen in der Schreibung (in der Aussprache) kamen nur in Betracht und sind in der Regel nur dann vorgenommen worden, wenn eine Entwicklung bereits angebahnt war. Auf eine forcierte Angleichung über diese Wortstämme hinaus wurde verzichtet. Wörter wie Philosophie, Phänomen, Metapher oder Sphäre sollen weiterhin wie bisher geschrieben werden.

(6) Sonstige Einzelfälle